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Newsletter 2-02 - Sensemerging

Release Date: 
08 - 2002
Authors: 
Tina Auer, Alex Barth, Tim Boykett, Andreas Mayrhofer, Gerd Trautner

Newsletter 02-02 Sensemerging

2-02 SENSEMERGING
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introduction
Our interest in perception and cognition and the resulting behaviour of a public individual is clear since the first publicly accessable Time's Up production.
Since then we try to find exciting and interesting ways to somehow irritate those skills and functionalities of the human organism. In a new experimental situation we once again would like to figure out how known pattern in behaviour and reaction can be irritated and therefore be changed.experimental situation we once again would like to figure out how known pattern in behaviour and reaction can be irritated and therefore be changed.
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Seit der Etablierung der ersten größeren, öffentlich zugänglichen, experimentellen Situation von Time's Up, sollte durchscheinend sein, dass die Wahrnehmungs- und Kognitionsmaschinerie inklusive der resultierenden Handlungen einer Person es sind, welche uns begeistern und interessieren. Seit diesem Zeitpunkt liegt uns daran immer wieder aufs neue auszuloten, wie wir die dem menschlichen Organismus eigenen Fähigkeiten und Funktionalitäten irritieren können. Erneut möchten wir prüfen, wie bekannte Muster der Verhaltens- und Reaktions-weisen durch die leicht perpetuierende Simulation des Alltags gewollt manipuliert werden können.
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editorial
Looks like we did it: the discussions about newsletters turned into an actual newsletter, it generated a (somewhat deconstructed) electronic version, and we have a new edition already.
Summer is over; whether or not this was a perceptual problem or the greenhouse effect, the memories of warm days are dim and / or few. We begin to wonder what the effects of the central heating system will be upon the activities of the harbour...
Apart from these everyday discomforts, we can look back upon a period of travels, the harbour of Stralsund for a Sonic Pong presentation, the winding streets of Brussels for strange meetings and the island flatness of Visby for preparations and discussions around the Txoom project with the various partners. Defining new experiments and developments, exchanging experiences. The parties and presentations mentioned in the lastdispatch have taken place and been greeted with enthusiasm and success. The homepage redefinition can be independently controlled; hit statistics indicate that it's easier to get around.
More importantly, we began to formulate the borders of the planned next Time's Up experimental situation, working title "Machine out of Balance," and brought it down to a somewhat readable textlet. Some resulting thoughts and related tangents can be found in the texts "Drehtäuschung und/oder Kindheitserinnerung" and "Inoculate against Innocuousness" in this edition. Please note that these are not translations, each is separate; a proper understanding of the Time's Up worldview is not summarisable to one language.
As we are in Linz, we cannot avoid the September autumn announcement Ars Festival; some thoughts are in the Unplugged-Splitter. The presentation of the Anchortronic DVD at the Steirisches Herbst festival should also be mentioned. Graz will be overfilled and thus offers a perfect place to spend some time with the results of two years of invited artists at the Anchortronic studios. And if any readers happen to be in Hong Kong in November; keep your eyes peeled for Time's Up events.
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Es scheint geklappt zu haben - die Diskussionen über eine regelmäßigere Aussendungsfolge des Newsletter innerhalb von Time's Up sind verebbt, der letzte Auflage wurde, wenn auch noch etwas verwildert, elektronisch versandt - und hier ist bereits eine neue Ausgabe.
Der Sommer verflog mit der erahnten Eile, wobei diese Wahrnehmung auch getrübt sein mag durch die wenigen wirklich heißen Tage welche uns beschert waren. Gerade eben noch mal verschont von den diversen Hochwassermassen, gilt es nun zu überlegen ob nicht doch eine aktivierte Heizungsanlage das Arbeiten in den hafenseitigen Labors um ein vielfaches angenehmer gestalten würde...
Abgesehen von diesen kleinen, alltäglichen Unannehmlichkeiten blicken wir allerdings auf eine erlebnisreiche, schöne Zeit zurück, welche uns sowohl nach Stralsund/Deutschland als auch nach Visby/Schweden führte, einerseits um SonicPong zu präsentieren als auch um die Forschungsergebnisse innerhalb von txoOm mit den beteiligten Gruppen auszutauschen, bzw. neue Experimentinhalte zu definieren. In der letzten Aussendung erwähnte Feste und Vorträge wurden mit Erfolg und Freuden durchgeführt und aufgenommen. Über die Fortschritte in der Erneuerung der Time's UpWebpage kann sich jeder sehr einfach selbst ein Bild schaffen. Wesentlich war auch die Erarbeitung eines Schriftstückes, welches die gesammelten Ideen für – Machine out of Balance –, einer neuen experimentellen Situation von Time's Up, fasst und formuliert. Erste, wenn auch nur indirekt korrelierende, Gedanken zu verschiedenen Experimentaufstellungen lesen Sie bitte unter "Drehtäuschung und/oder Kindheitserinnerung" und "Inoculate against Innocuousness".
Und da Time's Up nun mal in Linz ansässig ist und wir gerade September schreiben ist es wohl unerlässlich sich retrospektiv dem jährlich durchgeführten Ars-Electronica-Festival zu widmen. Eindrücke der verschiedenen Time's Up Mitgliederinnen entnehmen Sie dem Festival-Splitter.
Abschließend ankündigen möchten wir hier auch noch einmal die Präsentation der Anchortronic-DVD im Zuge des Steirischen Herbst. Da Graz ohnedies viel zu bieten haben wird in den Herbstmonaten wäre dies doch ein guter Grund sich das Resultat der mehr als zweijährigen Audioexperimentreihe von Time's Up zu Gemüte zu führen. Und nur für den Fall, dass irgendjemand der Leserinnen im November in Hongkong sein sollte – Ausschau halten nach Time's Up Veranstaltungen.
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Drehtäuschung und/oder Kindheitserinnerung
Eigentlich wollte ich nur einen Spaziergang entlang des Sees machen, als mich das geräuschintensive Spektakel am nahegelegenen Spielsplatz anhalten ließ. Fasziniert beobachtete ich die Schar kleiner Menschen, die völlig begeistert kreischend und lachend am und um das manuell zu betreibende Karussell versammelt waren. Vier bis fünf von den Kids saßen auf der sich im Kreis drehenden Plattform, drei von ihnen standen außerhalb und hielten diese Plattform in Bewegung. Die Kids, die sich auf dem Karussell befanden riefen wild durcheinander. Augen und Mund weit aufgerissen. Von "sofort aufhören bis schneller drehen, schneller" war so ziemlich alles zu hören. Schreie, Lachen, Kreischen, Zurufe überschlugen sich. Die das Karussell betreibenden Kinder versuchten die Rotation so abrupt wie möglich zu stoppen, allerdings nur um es in der entgegen gesetzten Richtung wieder anzutreiben. Das Stimmengewirr der Insassen war nun vermengt mit hörbaren Aufstöhnen und einem Ächzen. Der Ruf nach einer Beendigung wurde deutlicher. Die "drei Außenmotoren" sozusagen versetzten dem Karussell ein paar letzte, kraftvolle Schwünge. Keine weitere Krafteinwirkung mehr. Die Drehscheibe verlor langsam an Schwung. Das Karussell kam zum Stillstand. Lachend taumelten die Spielenden von der Plattform, drehten sich vereinzelt noch ein paar mal um die eigene Körperachse, um erschöpft, allerdings noch immer lachend zu Boden zu fallen. Die Kids, die eben noch Kraftquelle für die Rotation waren kletterten unverzüglich auf die Plattform und drängten die Geschafften zum Antrieb jener. Lange würde es wohl nicht dauern, bis sich jemand ihrer erbarmen würde und das Spiel von Neuem beginnen würde. Leicht schwindelnd vom Gesehenen und versunken in eine Unzahl von Kindheitserinnerungen setzte ich vor dem Start der nächsten Karussellfahrt meinen Spaziergang fort.
Wie viele Stunden waren es wohl, die ich ebenso kreischend und begeistert wie die gerade beobachteten Kids auf diesen Dingern verbrachte. Freundinnen, Eltern, Mitspielende dazu nötigend weiter und weiter am Karussell zu drehen. Wenn ich mich richtig erinnere war es die Verwirrung die ich liebte, die sich etablierte wenn plötzlich nicht ich es war, die sich drehte sondern vielmehr die Welt um mich herum. Das Flickern der vorbeirasenden Bildern, die sich nicht und nicht als einheitliches, bekanntes Bild, zusammenstellen ließen. Oder gar das eintretende, verschobene Verhältnis meiner selbst zur umliegenden Umgebung. Das Gefühl den Boden unter den Füssen zu verlieren, die Täuschung der gewohnten Ordnung waren es, welche ich anstrebte. Dasselbige ersehnte ich, ob bewusst oder unbewusst kann ich nicht mehr ausmachen, alsbald ich meine Eltern dazu drängte mich an den Händen oder Beinen im Kreis drehend durch die Luft zu wirbeln. Vorteil hier war, dass das plötzliche Beenden der Aktion noch leichter zu vollziehen war. Sprich fast unerwartet hatte ich wieder den Boden unter den Füssen – umso nachhaltiger war jener Effekt, welcher gängigen Stabilitäten zuwiderlief – die Welt um mich wankte und taumelte, nicht ich.
Warum ich diese nicht wirklich spektakuläre Beschreibung einer noch viel weniger sensationellen Wanderung samt nicht sonderlich beeindruckender Kindheitserinnerungen nun akkurat im Time's Up Newsletter zum Besten gebe ist nicht wirklich zu begründen, geschweige denn ersichtlich. Aber irgendwie hat dieses eher belanglose Erlebnis dann doch auch wieder sehr viel zu tun gehabt mit einer Reihe von Experimenten und Gedankenkonstrukten an denen Time's Up im Moment laboriert und arbeitet.
Keine Angst, Time's Up wird nicht beginnen rasende Karusselle zu bauen, auch die vom Jahrmarkt bekannten, mir oft Angst machenden Schwebebahnen und Ringelspielwahnsinnigkeiten werden nicht von den Probandinnen der nächste öffentlichen Experimenten benutzt werden müssen, noch wird irgendjemand, an den Beinen oder den Händen festgehalten, durch die Luft gewirbelt werden. Womit sich die Benutzerinnen allerdings auseinandersetzen werden müssen, insofern sie in der Lage sein möchten, sich wesentlich am Geschehen und den Umgestaltungen der Situation zu beteiligen, ist das menschliche Balancevermögen und die Fähigkeit der bewussten Einsetzung der Schwerpunktsverlagerung in allen nur erdenklichen Variationen und Mustern.
BodySpin, eine vorangegangene Produktion von Time's Up hatte diese Thematik ja bereits vorsichtig impliziert – hier war es die Verlagerung der gesamten Körpermasse der Teilnehmerin, welche das kreisrunde Interface, innerhalb dessen sich die Benutzerin befand, in Bewegung setzte. Dass dieses Balancieren nicht immer allzu leicht war, ward auch daran ersichtlich wie viele Stürze wir beobachten mussten.
Der Bogen zu meinem Ausflug auf den Spielplatz und in meine Kindheit ist noch immer nicht gezogen, - ganz werde ich dazu auch nicht in der Lage sein, aber einer der Anreize welche die oben angeführten Kindheitsexperimente haben – bzw. für mich zumindest immer hatten – ist nun mal das Spiel mit der Balance, bzw. der Verlust jener. Hierzu bedarf es der Manipulation, der Stimulation, eigentlich der Irritation unseres Gleichgewichtssinnes, welcher es wiederum ist, der uns, in Kombination mit unserem Tastsinn, der Möglichkeit der unbewussten Steuerungen von Körperbewegungen und dem Sehen, befähigt, auch bei Positionsveränderungen im Raum, bzw. visuelle Umgestaltungen der Umgebung, in Balance zu bleiben. Und nichts anderes als eine massive Gleichgewichtsstörung rufen die Kids hervor alsbald sie sich lange in eine Richtung drehen und diese dann plötzlich unterbrechen, entweder weil sie stehen bleiben, oder die Richtung jäh wechseln. Was für die Kids ein lustiges Nachmittagserlebnis ist, ist für die Sinnesbiologie eine so genannte Drehtäuschung.
Also noch einmal, wir werden keine hinterhältigen Gerätschaften konstruieren, welche unser Publikum in Gefahr bringen, wir werden allerdings sehr wohl jene Sinne, welche von Nöten sind das Gleichgewicht zu halten, punktuell irritieren, um abgeschwächte Versionen von Drehtäuschungen hervorzurufen.

PS: Beim Rückweg meiner kleinen Wanderung waren die Kids vom Spielplatz verschwunden, und ich musste meinem Verlangen es ihnen gleichzutun schlicht und ergreifend nachkommen. Mit der in der Mitte befindlichen Kurbel war ich in der Lage ohne fremder Mithilfe die Plattform in Bewegung zu setzen. Fernab von der Beherztheit und der Kühnheit meiner Kindheit musste ich binnen kürzester Zeit, unter massiven Schwindel, die Drehscheibe verlassen und mich für geraume Zeit am Randstein sitzend erholen.
tn,sep02
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Inoculate against Innocuousness
Recent developments in cosmology, quantum sciences, complex systems, process physics or ecosystem studies reveal that not only is the world stranger than we imagine, but possibly stranger than we can imagine. However, the surprises, serendipities, surrealisms that make the physical world such an exiting place to live in are cut out, removed from consideration, left unimplemented by the visionaries of the new social and other spaces. There will be no surprising social slips, appearances of magic or highwire trapeze tricks if the world acts how it appears, if it simply is what it appears to be. So it would seem that some dressing up is needed. But then if the actual machinery of the world is merely covered, it becomes monster clothed in cartoon cloth, it leaves the users locked in the front world with their arses open to the back door hacker ideology converts, to use a rather distasteful phrase. We need something where there is no limitation to investigation, to perception. There cannot be a layer beyond which the users cannot descend. No, emergence of higher level properties from the lower levels, turtles upon turtles, is the only really feasible technique to generate enveloping, convincingly detailed worlds.
Our starting point moves, but repeatedly cycles back to the fundamentals of physical space populated with sweaty human bodies. Overcoming the vaguenesses of abstraction to move to the hard physical, to cheat the users perceptions by using that with which they are most comfortable. Though cheating is perhaps the wrong word; perhaps it is cooption, perhaps it is a compatibility maximising process. Perhaps it is just easiness. Perhaps it is the observation that the only reasonable way to deal with the backpains of the desktop is to get out to the workshop, cut, join and otherwise modify the physical surroundings and get to a point where something physical and present stands before me with the infinite detail of a physical object; scratches, folds, sap lines and weld marks.
A space reactive, filled with buttons, levels, trackers of motion and gesture, effectors into the space along all axes; audio, visual, haptic, aromatic and otherwise, is but the cleanroom of a chip production plant, the main room of a slaughterhouse with EU sanitary standards unless inoculated against innocuousness by the addition of autonomy. An autonomous entity, a proto-perceptual system, a pool of interacting agents, a flexible script unfolding along its own axes. Reacting, ignoring, ever busy, computationally flamboyant, carrying on a breadth of action and interaction with its own, self-defined and ever changing agenda of action, reaction, miscommunication and provisional perception; breed, modify, move, build, communicate, recycle, grind into powder and start all over again. Such a flow, a pool, a swamp must carry on regardless, yet must impinge upon and be impinged upon by the physicality of the space.
The addition of autonomy to systems where we are attempting to present them to an interested and interesting public is a rather nonlinear, easily perturbed and somewhat hazy process. Designing the experience to be suitably satisfying, without becoming the one eyed screaming director who needs everything to be exactly what it is that she envisaged. Yet not having to fall back upon arguments about the unpredicatability of emergent bahaviour in artificial life environments or some such pseudo/proto scientific nonsense as the whole situation descends along lines of least resistance to the equivalent of grey goo: a formless, drab and messy environment with all the interest of a bucket of slops.
Of course not every emergent world is fun to live in, the questions about the inevitibility of life given basic chemistry, the questions of intelligence or culture given the appropriate background, remain speculative. The development of some kind of husbandry, taking some idea of control of the reins of development, learning not only to surf the waves of change in a complex system but planning strategies to trim them to a suitable shape (in whatever sense "suitable" makes sense) over time. Tom Ray asked whether, given soil chemistry, the spectrum of the sun and DNA transmission, one could foretell something like rice. At least in a wild form. Then again, every living ecosystem with a minimum level of complexity, open to energetic input but otherwise closed, falls into some dynamic equilibrium over time, a balance of oxygen usage and creation, energy storage and liberation. How do we live with such things, how do we learn to live with them yet let them follow their own, murkily defined, goals.
Is a balance possible here? Can we implement an artificial environment that is both autonomous enough to develop along lines of interest without constant prodding and control from interfering humans, yet can be manipulated enough so as to be worked in directions leading to humanly interesting results?
Nature might abhor a vacuum, but her technique of filling it, rampant overproduction in all fields, is possibly not the most efficient, nor the most replicable. Attempting to run some kind of system with a suitably interesting level of complexity, whether a simulation or a totally autonomously defined system of exchange and modification, requires not only enough grunt to get the things done that one can perceive, but also the grunt required to build up the complexity level for level, aspect for aspect, from the micromotions and dumb physics to the sharing of data and management of information flows. Moore's Law might help us here for a while, or perhaps the solution lies in locking together swarms of redundant, obsolete machines with lightweight operating systems to churn the system through its motions, local annihilations with CPU overheating, an ecosystem both virtual and fundamentally effected by the physics of the world in which the hardware runs itself into the ground.
Is a balance possible here? Can we implement an artificial environment that is both autonomous enough to be interesting and generate some facets of novelty, yet computationally feasible, not dependent upon the massive parallelism of physical processes?
Complexity is one of those buzzwords that hangs on; Stephen Hawking's comment about the 21st century being the century of complexity achieves maximal repetition, maybe meaningless through ubiquity. Complexity applied to managment theory, global terrorist networks, internet connectivity, and extremophile lifeforms. Stephen Wolfram's ego manages another outburst in his new book, claiming to have discovered a new type of science, complexity being reduced to the interrelations and interferences of many small systems, in his case one dimensional cellular automata (CA). Neither the academy, the business world nor anything else has managed to diminish his need/desire for self-promotion. Kurzweil's review of this book seems to hit the nail on its head; without the adaptive nature of a learning / adapting / evolving / whatever system, the preprogrammed complexity of a CA development is as sterile as the well-educated discussion of angels dancing on pin heads. The data is all set up, although the exact results can only be obtained by running the program, those results are completely predictable, sterile, controlled, essentially unsurprising. Kurzweil is being perhaps unfair here; adaption is possible in any programmed system, and as the CA of which Wolfram is speaking have been (apparently) shown to be computationally universal, the implementation of algorithms that use adaptive techniques is possible. Kurzweil's main problem seems to lie in the noninteractive aspect, in the closure of the world of action (the CA state space) from the external world of interaction. But posibally there is a further problem. Wegner and Goldin (amongst others) lay out the claim that the standard of computability (i.e. computational universality), the universal Turing machine, is fundamentally less computationally powerful than the processes available to an interactive machine. Perhaps the argument can be reduced to the observation that a good lawyer gets more out of the interactive cross-examination of a witness in a courtroom, because each question can be made dependent upon the preceding; it is not necessary to obtain all answers to all questions in advance, only the answers to those questions that are most necessary given the current state of the process. Such theoretical developments play into our hands as we work with these ideas and problems of setting up interesting, interactive, adaptive experimental situations; perhaps the computational power we need in implicit in the interaction, by accepting the problem as a whole we bypass the problems of computational flamboyancy and wastage and leap straight to the resulting highly adaptive, reactive system.
Adaption, interaction, physicality, space; lines of investigation that wind around an axis of development, information flow between an environment and a system, increasing complexity based upon a learning and an adaption to the given situation. We hope that the integration of very physical interfaces and interactions, coupled with adaptive protocognitive systems, will lead to an interesting and worthwhile complexification. An interesting situation for the participants, public individuals interacting and moving through a space filled with others and the other.
tm, sep.02
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Inspire Through Transpire II
>>Ich sitze in einem gemütlichen Sessel, direkt vor mir, sehe ich mich auf einer großen Leinwand selbst, links und rechts daneben, erkenne ich abermals das, allerdings auf eine einfärbige Silhouette reduzierte, Abbild meiner selbst. Jede Bewegung die ich mache ist wiederzuerkennen, zeitverzögert zwar, aber ersichtlich. Das Portrait in der Mitte beginnt sich aufzulösen, zerbricht, vervielfältigt sich, verwischt. Die Steigerung meiner Pulsrate verursacht diese Reaktion. Die beiden anderen Leinwände bilden mich noch immer als gesamtes ab, ohne die Irritationen der mittleren Projektion, allerdings beginnt die knallrote Silhouette langsam auseinander zu fließen, mein Abbild wird treibt auseinander. Mein Hautleitwert steuert diesen Prozess. Die Audioumgebung beruhigt sich um mich herum, mein eigenes Ebenbild vor mir ist unkenntlich, fast vollständig zerstört, das Licht rast in einem stressvollen Tempo. Ich will mein reales Abbild wieder zurückerobern, konzentriere mich auf die Reduktion meiner Pulsrate, genieße die entspannende akustische Untermalung im Raum, es gelingt langsam, das Bild vor mir setzt sich träge wieder in mich selbst zusammen, das organische Verfließen meiner Umrisse an den Außenleinwänden wird geschmeidiger und weicher, lässt mehr und mehr ein reales Portrait meiner selbst durchscheinen, das frenetische Hämmern des Lichtes wird sanfter und geht über in ein entspannendes Fließen, gegengleich zur Erholung der visuellen Komponenten im Raum wird die Akustik allerdings wieder nervöser, schrille Töne jagen an meine Ohren, disharmonische Klänge belegen die Lautsprecher, mein Versuch der Entspanntheit leidet darunter enorm, daraus folgend steigt meine Pulsrate, erkennbar durch die erneute Zerstörung meines Ebenbildes auf der Leinwand vor mir, das Portrait verwischt aufs neue, die Vektorgrafiken an den Leinwänden daneben werden wieder aufdringlicher, härter und schneller in ihrer Entstehung, die Tongestaltung dagegen wieder friedlicher,.....<<
In dieser Ausgabe also die bereits im letzten Newsletter angekündigte praktische Beschreibung der Experimentzusammenstellung von >ITT<. Bin ich letztens dann doch im theoretisch-philosophischen Ideenpool hängen geblieben, werde ich diesmal versuchen die Experimentanordnung als solche näher zu bringen.
Als kurzmöglichste Beschreibung könnte >ITT< als eine Versuchsanordnung, unter Mitwirkung einer Testperson und deren -willentlich nur schwer steuerbaren Körperprozessen - zur Gestaltung einer audiovisuellen Umgebung, unter besonderer Berücksichtigung der emotionalen Verfassung der Testperson, eruiert durch die Abnahme von Hautleitwert und Pulsrate, welche in Echtzeit in eine dem Computer verständliche Sprache übersetzt werden und unverzüglich sichtbare Veränderungen in der audiovisuellen Umgebung niederschreibt um in weiterer Folge die Werte von Puls und Schweiß der Testperson auf ein neues abzuändern, wodurch wiederum die Darstellung von Ton, Video und Licht beeinträchtigt wird, gesehen werden.
Bei der Etablierung von >ITT< handelt es sich um eine zirkular interaktive, digitale Installation, in welcher Videomaterialien bearbeitet und zusätzlich generiert werden, akustische Signale erzeugt und manipuliert werden, als auch die Wirkungsstärke einer Lichtquelle kontrolliert wird.
Die Manipulationen der jeweiligen Ressourcen werden durch die Abnahme bestimmter Teilbereiche des Biofeedbacks der jeweiligen RezipientenInnen, die sogleich auch zu ProtagonistInnen werden, hervorgerufen. Hautleitwert und Pulsrate sind die aktiven Modulationswerkzeuge der BetrachterIn sein.
Zentral ist die Sachlage, dass sich die BetrachterIn inmitten der von ihr veränderten Umwelt befindet. Sie ist umgeben von drei Videoprojektionen, umkreist von einem Lautsprechersystem und umarmt von einem pulsierenden Lichtmeer. Die Tatsache, dass sich die von uns wahrgenommene Umgebung, umgewandelt als Reize, meist geradewegs auf unsere emotionale Gemütslage niederschlägt ist der Mittelpunkt dieser Arbeit. Ebenso wie die Annahme von verschiedenen ForscherInnen, dass diese Emotionalität durch eine Zahl bestimmter Körpersignale messbar sei. Hautleitwert und Pulsrate in Kombination sollen mehr oder weniger verlässlich den Grad der Aufregung eines Menschen widerspiegeln, so die Behauptung, welche inzwischen in weiten Kreisen der Medizin Glauben findet.
Dieser Grad der Aufgeregtheit, bei ausgeglichener Verfassung auch Entspanntheit, hervorgerufen durch das audiovisuelle Umfeld, wird abgenommen, übersetzt in eine Dateninformation, welche dem vorhandenem Computersystem verständlich ist. Das Computersystem, befasst mit der Administration der Video- und Audiomaterialien, bzw. deren Echtzeitmanipulation liest diese Informationen ein und integriert sie geradewegs in die aktuellen Arbeitsprozesse. Da es sich nun um eine Echtzeitbearbeitung handelt, sind diese Umänderungen sofort in den Videoprojektionen, der akustischen Landschaft als auch in der Lichtkonstellation zu erkennen. Sprich, jene Person, welche die Abänderungsfaktoren durch den eigenen Herzschlag und den Hautwiderstand lieferte, sieht unverzüglich das daraus resultierende Ergebnis.
Gesetzt dem Fall, die Behauptungen der ForscherInnen erweisen sich als richtig und die Versuchsanordnung ist korrekt vernetzt, sollten diese modifizierten Darstellungen im audiovisuellen Environment, erneut zu messbaren Änderungen, entlang der Körpersignale, der ProtagonistIn führen.
Die sich aus diesem Rückkoppelungsmechanismus ergebende Schleife trifft die von uns immer wieder angestrebte zirkulare Interaktivität (Closing the Loop). Ich als Subjekt kontrolliere das Objekt (das in sich abgeschlossene Computersystem), verändere und modifiziere es, wobei genau diese Umgestaltungen sich wiederum auswirken auf die "Beschaffenheit" meines Werkzeuges, nämlich meinen Hautleitwert und meine Pulsrate, mit welchen ich, auch mit veränderten Eigenschaften, erneut das Objekt beeinflusse.
Abgesehen von dem Anliegen eine wechselseitige Interaktionsmöglichkeit zu erreichen, ist auch die Wahl des Werkzeuges, welches es der BenutzerIn ermöglicht in die Abläufe einzugreifen, von Bedeutung.
Das Biofeedback, bereits in vorangegangenen Projekten wie BodySpin zentral, grob definiert durch jene Körperfunktionen, welche wir willentlich sehr schwer und wenn überhaupt nur unter größter Aufmerksamkeit gegenüber dieser Funktionen kontrollieren können. Nichtsdestotrotz eine Funktion, die ohne unser Zutun, permanent aktiv ist, unentwegt reagiert, auf diese Unzahl von Reizen, welchen wir im Alltag ausgesetzt sind.
Bei >inspire through transpire< wird der Alltag nun komprimiert, ausgestattet mit drei Leinwänden, den Lautsprechern und der Lichtquelle, in einen Raum gelegt. Ähnlich wie auch in unserem regulären Leben, reagieren wir auf die uns umgebenden Reize. Allerdings nicht durch Taten im herkömmlichen Sinne, nicht durch Sprache, nicht durch Aktivität. Sondern durch, im gewohnten Dasein vernachlässigte Fähigkeiten, wie dem Hautleitwert oder der Pulsrate.
Innerhalb der Experimentanordnung ist die BenutzerIn mehr oder weniger genötigt, sich mit diesen, vielfach unbewussten Reaktionen, auseinanderzusetzen. Bei hoher Konzentration auf den eigenen Körper, bei bewusster Steuerung und Einflussnahme auf den Grad der Entspanntheit oder der Erregtheit ist sie in der Lage, das Geschehen, auch ohne gewohnte Mittel der Aktivität, nachvollziehbar zu kontrollieren bzw., bildhaft umschrieben, sich das eigene Umfeld dadurch zu konstruieren.
tn, aug02
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Data Ecologies
The von Neumann model of computation seperates program and data, one program accessing a uniform breadth of data; breaking this down, moving towards the mishmash of data as structure, matter as program, multiplicities of programs, acting with and against one another. Levels upon levels, virtual machines running on virtual machines, onion layers to the hardware.
The Data Ecologies Workshop, to take place in March 2003 in Linz, will deal with many facets of the field of autonomous data systems, how data lives off other data, requires and cooperates with it. The determination of niches in data spaces, fitting right in. Data with dynamics, data with corruptions, data archeology or should that be data paleontology? Although the main area of interest lies within the investigation of semiautonomous data systems tightly coupled yet not slaved to the physical world, we are interested in research, results, speculation and investigations around the fields of data symbiotics, virus evolution, digital ecosystems and related fields.
This is a call for expressions of interest. People who wish to present work, to organise minisessions, to influence the workshop are called upon to contact us at data_ecologies@timesup.org We plan a general call for participation in December 2002.
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POLEMIK
FESTIVAL SPLITTER
cover everything thinly, no one feels left out. - VIP lounge - diffuse...everything - like corporate governance, or terror networks -- nothing to aim at. close the bar early at the final party.
fears tm
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opening party. yes, i have to go. first make some pamphlets for our unplagued party and then spread them out over the city. first stop: a local bar. ah yeah, some friends are there, let's have a drink or three to get prepared for the mass of people at the opening party.
opening party, entrance with festival pass only, looks like art people need to be protected, no pass, have to wait (decided to cash entrance fee from people wearing a festival pass at our party), share pass, get in, the old game. inside mass of people, mass of drunk people, can’t take it dry, somebody calls the ars pathetic, ah yes, could be.
after curing headache go to OK. the winners, it must kick! painstation - ah cool, i like it. if there will ever be a true holodeck,they will play lot’s of pong in it. for sure. stroll from room to room, no kick, in a hindmost, hidden room, a desk, mechanic, yeah! answers to questions. how simple. stroll and stroll, nothing else to report. in the top level, hot sausage and mustard for the u-19 winners, what a smell! leaving little sick, turning on radio in the car, interview with the freestyle winning girl, asked why she leaves her nica unprotected somewhere in the room, answers: <> a short smile over my face, i like her dry and direct way.
unplagued party in the harbour, lot’s of people, i’m searching for people wearing festival passes, ha! found one, starting over to him,want to cash entrance, and than i read on his pass: “unplugged enemies”. subversively, ha?
decided to preselect content, asking people for highlights and "must-see"s, but no suggestions. trying to remember past arses, there were highlights, not much, but there were some.
stroke me, that there were no political statements, so there is a short story from me (as seen once on television) mr. bush and mr. junichiro koizumi (prime minister, japan) at the press conference past last or early this year. b: "we are going to fight terrorism..." k (kind of rising to speak): "...with peace and love"
cheers gt.
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2002 Observer: als Medienkontaktbörse empfinde ich die Ars nach wie vor als gutes Forum auf internationalem Level. Gut für Stadt gut für Staat. Als Medienstadt par excelence sieht man sich hier gerne. Die Festivaldauer immer ein bisschen kürzer die Symposienhörsäle immer ein bisschen leerer die Produktionsbudgets immer ein bisschen niedriger? Positiv aufgefallen ist mir heuer der Uni Campus mit seinen Gästen aus Köln. Schwierig wird es manchmal auch die Linie des Gesamten zu erkennen, da eine Mischung aus innovativen kreativen und technisch attraktiven Arbeiten unvermeidbar zu sein scheint. Alles in Allem gut das es "Sie" gibt.
good luck fürs nächste Jahr.
Ls
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Oh what a nite! Trippin` versus the provincial elite of an event-horny partycrowd. Facing the bulldog-authority of mr.eurocop hearing the reduntant gossip of doin` a coterie-meeting. Entering the cave of sterility coming across a lot of „educated" people having no problem to behave in such a context. Stuffiness without an end. First impression. Pamarantsch, second impression Haswell/Hauswolff in an unexpected cosyness, harsh sounds ? well done boyz. Looking after stockhausian kids ranking from puh to jupu. Last Imprision - Hiphop in the premise of cabaret - where the lights go on before the last beat enters the room, an idea of antiparty, to weak & lazy to see that guys in good club atmosphere a day before & as they say: all is full of nothing.
beers ante.
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Links
Steirischer Herbst:
# http://www.medienturm.at
Hongkong/Videotage:
# http://www.videotage.org.hk
ITT:
# http://www.insight.co.at
Inoculate against Innocuousness:
# http://www.wolframscience.com
# http://www.kurzweilai.net/meme/frame.html?main=/articles/art0464.html
# http://www.cse.uconn.edu/~dqg/papers
# Antonio Damasio "The Feeling of What Happens" Vintage 2000.
# Tom Ray "A proposal to create a network-wide biodiversity reserve for digital organisms" ATR Technical Report TR-H-133.
# http://www.his.atr.co.jp/~ray/pubs/index.html

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Events auttum02 (northern)

--> Time's Up in the fall 02

workshops
22.- 29. 09. 02
Generative Media Systems together with: Foam and Interactive Institute
Linz, Time’s Up

28.10.02- 02.11.02
Realtime processing - audiovisual Environments
Hongkong
anchortronic
25.10.02-25.11.02
Steirischer Herbst
SonicPong
15. - 30.11.02
Microwave Festival / Hongkong

Appearances: 
Data Ecologies 2003