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Heute bekam ich die letzten Teile, die ich brauchte um das langersehnte
Vorhaben, die Tiefen des Hafenbeckens zu erkunden, durchzuführen.
Eine leichte Brise von Südsüdwest und klarer Himmel schienen mir
als ideale Voraussetzungen.
Christof und Tina, die auch anwesend waren sollten sich erst später
Ihrer Rolle als Zeitzeugen dieses Experimentes bewußt werden.
Bis zu diesem Punkt verlief auch noch alles nach Plan.
Das kleine Boot, das ich damals vor circa zehn Jahren gebaut und
mit zwei Bohrmaschinenmotoren ausgestattet habe erwies sich im
Trockentest noch als aüßerst verläßlich.
Jeder Befehl von der Fernsteuerung wurde tadellos durchgeführt.
Die absenkbare Videokamera, die die Aufgabe hatte, die Bilder
von den Tiefen dann via Sender an Land zu funken war ebenfalls
voll einsatzbereit, wurde aber von mir wie von einem inneren Instinkt
geleitet, noch nicht montiert.
Christof geleitete mich noch die schroffe Felsküste hinunter.
Dort setzte ich vorsichtig den Rumpf ins Wasser.
Leichte Wogen brachten ihn in dezentes Schaukeln, die mir wie
freudige Ungeduld vorkam.
Souverän traten die beiden Motore ihren Dienst an, als mein Daumen
den Steuerhebel in `Volle Kraft Voraus'-Stellung brachte.
Nach einigen rasanten Runden stellten sich erste Anzeichen eines
Übertragungsproblems ein. Doch als ich um Schlimmes zu vermeiden,
den Retourkurs einschlagen wollte, quittierte der Sender vollends
seine Funktion.
Wie mit dem Teufel muß es zugegangen sein, daß wieder ein Signal
empfangen wurde als der Hebel gerade in Voll- Rückwärts-Stellung
war. Ich bemerkte noch leichten Wassereintritt am Heck, doch ehe
ich handeln konnte war schon der gesamte Rumpf geflutet, und die
Wassermassen rissen das trotz durch PU-Schaum- Technik eigentlich
unsinkbare Schiff in sekundenschnelle in die dunklen Tiefen.
Sofort riß ich mir die Kleider vom Leib und machte einen kühnen
Sprung zur Unglücksstelle hin, doch zu spät...
Auch eine unverzüglich eingeleitete Video-Suchaktion blieb ohne
Erfolg.
Tief im Hafenbecken, wohl von wildwüchsigen Algen umschlungen,
liegt seit jenem Tage dieser mein Versuch begraben.
Doch falls eines Tages ein furchtloser Taucher sich aufmacht das
Wrack zu bergen, und es paßt zu dem an Land gebliebenen Deck,
so will ich ihm gerne zum Danke ein Faß Rum schenken. |